Artikel veröffentlicht.Dezember 2009

Steve Krug – Don’t Make Me Think

Das Buch “Don’t Make Me Think” (auch deutsch unter diesem Namen; amazon) von Steve Krug gilt als eines der beliebtesten und meist empfohlenen Werke unter anerkannten Webdesignern. Das Buch ist selbst Ausdruck der darin vertretenen Ideen und entsprechend prägnant und unterhaltsam geschrieben.

1. Regel: Don’t make me think

Die Website soll nicht nur selbsterklärend sein („Es steht ja da, was zu tun ist“ genügt nicht), sondern offensichtlich. Denn es gibt praktisch keine Besucher, die sich für die Funktionalität der Website interessieren. Was der Besucher will, sind Inhalte. Er will nicht nachdenken beim Navigieren, sondern möglichst reibungslos und „dumm“ zum Ziel finden.

Besucher wursteln sich durch. Sie fällen suboptimale Entscheide ohne alle vorhandenen Optionen in Betracht zu ziehen. Die erste halbwegs annehmbare Möglichkeit wird geklickt. Deshalb ist es wichtig, dass Links, Buttons etc. wenn immer möglich nur eine einzige Interpretation zulassen.

Von dieser Hauptregel leiten sich weitere Regeln und Hinweise ab.

  • Klare visuelle Hierarchie
  • „Gedankenlose“ Wahlmöglichkeiten bieten Lieber zahlreichere, dafür einfache Klicks statt wenige, dafür komplizierte oder falsche. Die 3-Klick-Regel ist falsch.
  • Streiche unnötige Worte(Meine persönliche Lieblingsregel)

Krug verwendet den Begriff „Religionskriege“ für die Konflikte, die sowohl zwischen den verschiedenen Teammitgliedern einer Webagentur als auch zwischen Kunden und Webagentur oft auftreten.

Webdesigner auf dem Schlachtfeld.

Der Weg aus der Sackgasse besteht darin, statt nach „richtig/ falsch“ nach „funktioniert/ funktioniert nicht“ zu fragen, mit anderen Worten: User-Tests sind nötig. Ganz einfache, mit beliebigen aussenstehenden Personen in einer halben Stunde durchgeführte Tests genügen, um aus den Schützengräben persönlicher Überzeugungen auszubrechen und konstruktive Lösungen zu finden.

Bin ich also Krug-Fan?

Das Buch überzeugt in Form und Inhalt. Krug zeigt sich als undogmatischer Denker, wenn er beispielsweise einräumt: Es gibt immer Ausnahmen, aber wer den Benutzer dazu zwingen will, beim Navigieren nachzudenken, der sollte sehr genau wissen, warum er es tut!

Einen argen Dämpfer erlebte ich dann leider beim Blick auf Krugs eigene Website sensible.com.

Die Website von Steve Krug - unschön!

Ein Erscheinungsbild, das in den 90er Jahren stehen geblieben ist, und eine minimale Funktionalität, die sich erfolgreich wehrt, in irgendeiner Form ansprechend und… „schön“ zu sein! Schade, dass Steve Krug ein ebenso selbstkasteiendes, hässliches Bild von sich geben muss wie andere Usability-Experten.

Links:

sensible.com (Krugs Site)

Der Meister spricht. Video-Interview mit Steve Krug.

 

WordPress

Mit WordPress kann der Besitzer einer Website sich einloggen, auf einfachste Art Seiten oder Bilder hochladen und so seine Website in Schuss halten. Ursprünglich für Blogs geschaffen, eignet sich WordPress auch vorzüglich dazu, Websites zu verwalten.

WordPress ist gratis (open-source) und es gibt Tausende von möglichen Designs zur Auswahl (sogenannte Themes). Auch dies Site, masterfu.ch, funktioniert mit WordPress und basiert auf einem Theme.

Ein fremdes Design?

Warum verwendet Master Fu ein vorgefertigtes Design? Hier unsere Antwort:

1. Zeit: Um rasch live zu gehen, wählten wir ein Theme und passten es an. Die Gestaltung eines eigenen Design droht für einen Webdesigner mit Hang zum Perfektionismus zu einer endlosen Aufgabe zu werden.

2. Gefällt: Das Theme „Oriental“ gefällt uns gut und reflektiert die Ambiance von Master Fu in einer schwer zu überbietenden Qualität. Der Einsatz von Oriental ist auch eine Hommage an Dodo, die Webdesignerin, die das Theme gestaltet und verschenkt hat

3. Philosophie: Dass wir einfache Websites anbieten, unterscheidet Master Fu von anderen Webdesignern. Auch für unsere Kunden übernehmen wir gern Bestehendes, statt das Rad neu zu erfinden. Denn das geht schnell und spart Geld.

4. Ich und du: Kunst entstand in Kunstwerkstätten. Dann kam der Ich-Künstler mit seiner Unterschrift. Webdesign ist Kunsthandwerk, Gebrauchskunst. Jede neu gestaltete Website ist von der Arbeit von Hunderttausenden beeinflusst. Keiner kann sagen, er habe die Navigation neu erfunden. Natürlich ist es falsch, die Leistungen von anderen zu stehlen. Aber genau so falsch wäre es, aus Ego-Gefühl die tollen Geschenke im Internet in den Wind zu schlagen.