Steve Krug – Don’t Make Me Think
Das Buch “Don’t Make Me Think” (auch deutsch unter diesem Namen; amazon) von Steve Krug gilt als eines der beliebtesten und meist empfohlenen Werke unter anerkannten Webdesignern. Das Buch ist selbst Ausdruck der darin vertretenen Ideen und entsprechend prägnant und unterhaltsam geschrieben.
1. Regel: Don’t make me think
Die Website soll nicht nur selbsterklärend sein („Es steht ja da, was zu tun ist“ genügt nicht), sondern offensichtlich. Denn es gibt praktisch keine Besucher, die sich für die Funktionalität der Website interessieren. Was der Besucher will, sind Inhalte. Er will nicht nachdenken beim Navigieren, sondern möglichst reibungslos und „dumm“ zum Ziel finden.
Besucher wursteln sich durch. Sie fällen suboptimale Entscheide ohne alle vorhandenen Optionen in Betracht zu ziehen. Die erste halbwegs annehmbare Möglichkeit wird geklickt. Deshalb ist es wichtig, dass Links, Buttons etc. wenn immer möglich nur eine einzige Interpretation zulassen.
Von dieser Hauptregel leiten sich weitere Regeln und Hinweise ab.
- Klare visuelle Hierarchie
- „Gedankenlose“ Wahlmöglichkeiten bieten Lieber zahlreichere, dafür einfache Klicks statt wenige, dafür komplizierte oder falsche. Die 3-Klick-Regel ist falsch.
- Streiche unnötige Worte(Meine persönliche Lieblingsregel)
Krug verwendet den Begriff „Religionskriege“ für die Konflikte, die sowohl zwischen den verschiedenen Teammitgliedern einer Webagentur als auch zwischen Kunden und Webagentur oft auftreten.
Der Weg aus der Sackgasse besteht darin, statt nach „richtig/ falsch“ nach „funktioniert/ funktioniert nicht“ zu fragen, mit anderen Worten: User-Tests sind nötig. Ganz einfache, mit beliebigen aussenstehenden Personen in einer halben Stunde durchgeführte Tests genügen, um aus den Schützengräben persönlicher Überzeugungen auszubrechen und konstruktive Lösungen zu finden.
Bin ich also Krug-Fan?
Das Buch überzeugt in Form und Inhalt. Krug zeigt sich als undogmatischer Denker, wenn er beispielsweise einräumt: Es gibt immer Ausnahmen, aber wer den Benutzer dazu zwingen will, beim Navigieren nachzudenken, der sollte sehr genau wissen, warum er es tut!
Einen argen Dämpfer erlebte ich dann leider beim Blick auf Krugs eigene Website sensible.com.
Ein Erscheinungsbild, das in den 90er Jahren stehen geblieben ist, und eine minimale Funktionalität, die sich erfolgreich wehrt, in irgendeiner Form ansprechend und… „schön“ zu sein! Schade, dass Steve Krug ein ebenso selbstkasteiendes, hässliches Bild von sich geben muss wie andere Usability-Experten.
Links:
sensible.com (Krugs Site)
Der Meister spricht. Video-Interview mit Steve Krug.



