Was ist EdgeRank?

EdgeRank ist das Mass, nach dem Facebook entscheidet, was im News Feed (d.h. auf der Startseite) als sogenannte „Hauptmeldungen“ zu sehen ist. Vieles was meine „Friends“ publizieren, bekomme ich gar nie zu sehen. Warum eigentlich? – Weil der EdgeRank dieser Meldungen zu niedrig ist.

Geheimer Algorithmus

Wenn erstaunt’s – die genaue Berechungsformel für den EdgeRank ist ein Geschäftsgeheimnis. Nur das grundlegende Prinzip ist bekannt:

EdgeRank = Affinität + Gewicht + Neuheit

.
Alles, was auf Facebook neu publiziert wird, ist ein Objekt, z.B. ein Statuswechsel (“Was machst du gerade?”), ein Foto/Video, ein Link, etc.

Wenn immer jemand eine Interaktion mit einem solchen Objekt vornimmt, entsteht ein Edge: Gefällt mir, kommentieren, teilen, aber auch einfach ein Foto ansehen – alles ist Edge. Diese Edges werden nach obenstehender Formel mit dem EdgeRank gewichtet.

Affinität

Je mehr ich mit Objekten einer bestimmten Person interagiere, umso mehr Affinität habe ich mit ihr und umso häufiger werde ich die Beiträge dieser Person auch in Zukunft sehen. Ein Teufelskreis, denn diejenigen, die ich heute nicht sehe, haben weniger EdgeRank, folglich werde ich sie auch in Zukunft nicht zu sehen bekommen und ihnen nie einen besseren EdgeRank geben.

Gewicht

Hier geht es um die relative Bedeutung der Objekte. In abnehmender Reihenfolge:

  • Foto/Video
  • Links
  • Statuswechsel

Untersuchungen haben gezeigt, dass Interaktion mit einem Foto mehr EdgeRank generiert als mit einem Statuswechsel. Es kommt aber auch darauf an, wie ich mit dem Objekt umgehe:

  • Kommentar
  • Gefällt mir
  • Anklicken (Foto grösser ansehen, etc.)

Je mehr Mühe ich mir gebe, umso wichtiger ist mir die Sache, deshalb mehr Rank für meinen Edge.

Neuheit

Je älter ein Beitrag wird, umso weniger interessiert er. Umgekehrt proportional zur „Frische“ eines Objekts nimmt der EdgeRank ab und lässt das Objekt in der Senke des Vergessens (auch genannt „Weitere Meldungen“) verschwinden.

Der EdgeRank wurde von Facebook-Ingenieuren als Summe von Affinität, Gewicht und Neuheit präsentiert, aber ich würde eher annehmen, dass die drei Faktoren sich zu einem Produkt multiplizieren.

Wozu ist das gut?

Wer diese fürsorgliche Auswahl nicht besonders mag, kann oben von „Hauptmeldungen“ auf „Neueste Meldungen“ umschalten und sollte dann alles ungefiltert sehen, wie es hereinkommt.

Besonders interessant ist die Geschichte natürlich für die Marketingfüchse, die ihre Markenbotschaft auf möglichst vielen Facebookseiten sichtbar hinspritzen wollen, so dass die grösstmögliche Zahl Augen davon beglückt werde. Sie sind dann glücklich, wenn sich viele, viele Menschen als Fans ihrer Marke outen und ständig mit den Werbebotschaften interagieren – jeder produziert gratis Edges, jeder Mensch ein Werbeträger.

Detaillierte Untersuchung:
Cracking the Facebook Code

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